Musik vor 1600 - 2016_wise_bolatti
3. Juni 2016, 12:00 Uhr
Angelina Bollati M. A.
(a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne, Universität zu Köln)

Kosmische Harmonie, Magie und Naturphilosophie
in Anselmis Schrift »De musica«

Die Schriften Anselmis haben wenig Beachtung in der Forschung gefunden. Einige Aufsätze zur musica mundana sind zu finden, aber vor allem dieses Thema zur Musik in Verbindung zur Naturphilosophie wurde vernachlässigt. Anselmis De musica wurde in drei Teilen verfasst. Der erste Teil, der sich mit der harmonia coelestis – d. h. mit der boethianischen musica mundana – beschäftigt, beginnt als eine Rede von der Naturphilosophie: Wie werden die Gewässer eines Thermbades geheizt? Nun stellen sich viele Fragen: Welche Rolle spielt die Naturphilosophie im musikalischen Denken des Anselmis? Wie geht er mit der damals vorherrschenden aristotelischen Ansicht der Naturphilosophie um, die sich gegen jegliche  kosmische Harmonie gewehrt hatte? Bietet diese Schrift Anselmis Neuigkeiten im Anschluss zur damaligen Naturphilosophie und Entwicklung der Wissenschaften? Spielt die Magie – im Rahmen der Naturphilosophie – eine Rolle im Denken des Anselmis? Dies sind die leitenden Fragen meines Vortrages, der sich um eine philosophische Analyse des Begriffes musica mundana bemüht.