Musik vor 1600 - 2017_wise_menzel
19. Januar 2018, 18:00 Uhr
Dr. Stefan Menzel
(Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena)

Pforta, St. Afra, St. Augustin und die mitteldeutsche Kirchenmusikpflege – ein prosopographischer Versuch

Mit Errichtung der albertinischen Fürstenschulen 1543–1550 und den Reformen im Umfeld der Kirchen- und Schulordnung von 1580 wurde die Ausbildung des kursächsischen Schul- und Kirchenpersonals nachhaltig systematisiert. In einer Zeit, in der musikalische Kompetenz nicht über eine Fachausbildung, sondern an (höheren) Lateinschulen erworben wurde, drängt sich ein Zusammenhang zwischen landesherrlich forciertem Ausbildungsbetrieb und der ab ca. 1575 greifbaren reichen Figuralmusikkultur Mitteldeutschlands förmlich auf. Unterstreichen schon die Tätigkeiten Cornelius Freundts, Christoph Nostwitzs, oder Christoph Demantius an den Gymnasien zu Zwickau, Löbau, Zittau und Freiberg die Rolle der Gymnasien für die mitteldeutsche Musikpflege und ­produktion, so soll im Vortrag der Wirkungsradius der Fürstenschüler (und ihrer Kantoren) bestimmt und mit Befunden der Figuralmusiküberlieferung abgeglichen werden.